WIEN (31. Jänner 2009). – In der Messe Wien ging Donnerstagabend (Anm.: 29. Jänner) die 5. internationale Fachmesse für Informationstechnologie und Telekommunikation, >ITnT 2009< zu Ende. 335 Aussteller aus 17 Ländern präsentierten dabei in zwei Hallen (C und D) der Messe Wien die neuesten Lösungen aus den Bereichen Software & Services, Infrastructure & Solutions sowie Telecommunications & Solutions. Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise war der Verlauf der fünften Ausgabe von Österreichs wichtigster Fachmesseplattform für die IT- und Telekommunikationsbranche mit besonderer Spannung erwartet worden.
„Dass Fachmessen stets ein Abbild der Marktbefindlichkeiten sind liegt auf der Hand – und dass die sich gegenwärtig rasant verschärfende weltweite Vertrauenskrise mit realwirtschaftlichen Auswirkungen auch die IT- und Telekommunikationsbranche erfasst hat, ist eine Tatsache“, erklärt dazu DI Matthias Limbeck, der themenverantwortliche Geschäftsführer bei Veranstalter Reed Exhibitions Messe Wien. Limbeck betont jedoch im selben Atemzug, dass die Krise zwei Seiten habe: „Manche Firmen haben ihren Messeauftritt stark reduziert und sind in die Defensive gegangen. Einige, darunter leider auch internationale Branchengrößen, blieben diesmal der Fachmesse überhaupt fern. Andere wiederum, wie Kapsch oder Samsung, haben ihre Messepräsenz ausgebaut, und eine Reihe von Firmen hat überhaupt zum ersten Mal bei der >ITnT< ausgestellt. Sie sind in die Offensive gegangen und haben sich, gerade in dieser schwierigen Zeit, als nachhaltige, engagierte und flexible Hersteller, Anbieter oder Dienstleister am Markt profiliert und so bei den Messebesuchern nicht nur viel Vertrauen hinzugewonnen, sondern auch Geschäfte gemacht und angebahnt – sie werden beim nächsten Aufschwung vorne dabei sein.“
Unter den Neuausstellern waren diesmal SonicWall B.V., itCampus Austria, COMSOFT direct GmbH, FWI Information Technology GmbH, IT-alliance, PA Pichlmüller Apparatebau GmbH, KSI Kontakt-Systeme Inter GmbH, Aastra Austria GmbH und CITYCOM Telekommunikation GmbH vertreten. Prominente Stammaussteller wie SAP, Dell, OMEGA, Rittal, Kapsch, Alcatel, Schrack, AVM, UPC, T-Mobile, Hutchinson, Samsung, FF-Company, BMD-Systemhaus, Mesonic, Dicom oder Navax Consulting AG wie auch Tripple AcceSS, Kaspersky, SonicWall oder GData und die Open Source/Linux-Community sorgten ebenfalls für eine kompakte und übersichtliche Abbildung des Anbietermarktes mit seinen Innovationen und topaktuellen Produkten, Systemen und Dienstleistungen im Hardware-, Software- und Telekommunikationsbereich. Weiters präsentierte sich „Digitales Österreich“ mit seinen Lösungen auf dem Sektor des e-Governments und die Schweizer Handelskammer mit zahlreichen Unternehmen aus unserem Nachbarland, die Partner in Österreich und im CEE/SEE-Raum suchten. Auch Firmen aus der Slowakei, Rumänien und Tschechien waren als Aussteller präsent.
Sie alle konnten sich insgesamt über 13.849 registrierte Fachbesucher freuen, die sich durch starkes Interesse und (laut Fachbesucherbefragung durch „market“) hohe Entscheidungskompetenz (67,4 Prozent = ausschlaggebend, mitentscheidend) auszeichnete.
Engagement und Flexibilität punkten: Kontakte auf höchstem Niveau
„In vielen Ausstellergesprächen hat sich gezeigt, dass Hersteller und Anbieter, die Engagement zeigen, die mit schnellen, flexiblen, effizienten und individuellen Lösungen auf die Kunden eingehen, besser abgeschnitten haben“, schildert Ing. Christian Friedl, Leiter des Geschäftsbereiches Messen bei Reed Exhibitions Messe Wien, seine Eindrücke. Im Übrigen verweist er auf regen Zuspruc, den das Rahmenprogramm fand, vor allem die Key Note Areas in den Hallen C und D. Ein spezielles Highlight bildete das Matchmaking-Forum der Außenwirtschaft Österreich (AWO) am 27. Jänner, das in Meetings rund 250 TeilnehmerInnen aus elf Staaten mit neuen Partnern zusammengeführt hat. Ebenso fungierten Plattformen wie VITE (Vienna IT-Enterprise), die gemeinsam mit dem WWF (Wiener Wirtschaftsförderungsfonds) und dem ZIT (Zentrum für Innovation und Technologie) auftraten, als Drehscheiben für die Bereiche Vernetzung, Förderung, Dienstleistung und Beratung.
Aber die >ITnT< hatte sich nicht nur als nationale Produkt- und Lösungsplattform etabliert und diese Qualität auch 2009 bewiesen, sondern ebenso als Branchenevent. So verwandelten sich die Messehallen am Abend des zweiten Messetages wieder zu Österreichs größtem „Businessclub“, bei dem Livebands und diverse Standempfänge für Networking und Unterhaltung in entspannter Atmosphäre sorgten.
Vorsichtiger Konjunkturoptimismus
Nicht nur die Aussteller zeigten Offensivgeist, auch die Fachbesucher brachten zum Ausdruck, dass sie sowohl die gegenwärtige Situation als auch die absehbare Entwicklung in den kommenden Monaten überwiegend positiv einschätzen und entschlossen sind, die Herausforderungen anzunehmen. Orientiert man sich an der repräsentativen Besucherbefragung durch das Linzer „market“-Institut, so gaben 62,9 Prozent der Befragten an, mit der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Branche sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. Bezüglich der Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten, meinten immerhin 40 Prozent, dass diese sich sehr bzw. verbessern würde.
Was die >ITnT 2009< selbst betrifft, zeigten sich fast drei Viertel der Befragten mit der Messe sehr zufrieden bzw. zufrieden. 86,9 Prozent erklärten, die Messe Geschäftspartnern weiterempfehlen zu wollen, und zwei Drittel (66,9 %) gaben an, auf der Messe Neuheiten (Produkte/Anbieter) gefunden zu haben. Insbesondere interessierten sich die Fachbesucher bei der >ITnT 2009< für (Mehrfachnennungen möglich) IT-Sicherheit (42,3 %), Netzwerklösungen (41,7 %), Telekommunikation (33,1 %), Hardware (31,4 %), Branchensoftware (30,9%), Voice over IP (23,4 %), IT-Beratung (22,9 %), Softwareentwicklung (21,1 %). Drei von fünf besuchenden Unternehmen (55,4 %) waren mit zwei bis vier Mitarbeitern auf der Messe anwesend, ein Sechstel mit fünf und mehr.
Zusammenstehen für eine gemeinsame heimische IKT-Plattform
„Daraus wird ersichtlich, dass die >ITnT< von den besuchenden Firmen intensiv genutzt wird und wir insgesamt von einem belebten Messeverlauf sprechen können“, betont Matthias Limbeck. Folgt man den statistischen Werten, so haben in der Tat während der drei Messetage zumindest 100.000 hochwertige Geschäftskontakte stattgefunden (Anm.: 13.849 Besucher mit durchschnittlich sieben Standkontakten). „Damit erweist sich das Medium Fachmesse einmal mehr als jenes Instrument im Marketing-Mix, mit dem sich an einem Ort innerhalb kürzester Zeit die mit Abstand meisten Kontakte generieren lassen. Gerade aus Sicht mittelgroßer und kleinerer Unternehmen als Aussteller gibt es zur >ITnT< in Österreich keine wirklich sinnvolle Alternative, die derart viele Stärken vereint – in Wahrheit gilt das auch für große Unternehmen.“ Deshalb gibt sich Limbeck auch in Richtung jener Branchengroßen, die dieses Mal nicht teilgenommen haben, optimistisch: „Es ist unsere Aufgabe, diese Firmen vom Vorteil und Nutzen einer Messebeteiligung zu überzeugen. Wir werden alles daran setzen, auch diese Unternehmen wieder ins Boot zu holen.“ Die nächste >ITnT< wird vom 26. bis 28. Jänner 2010 in der Messe Wien stattfinden.
FACHTEIL: IntelIigent Sparen mit Top-Technologie
Sicherheit, Managed Services, IP-Telefonie, mobile Geschäfte: Auch heuer diente die Informationstechnologie-Messe >ITnT< in der Messe Wien als Plattform für wichtige Trends und Produkte. In Zeiten der Krise standen verstärkt solche Anwendungen im Mittelpunkt, die Kosten reduzieren und gleichzeitig betriebliche Effizienz steigern.
IT hilft bekanntlich in vielen betrieblichen Lebenslagen. Die Größe spielt nicht immer eine Rolle, wenn es um Einsatz von innovativen Anwendungen wie Softwarenutzung über das Internet geht. Für Kleinbetriebe präsentierte nämlich ein Linzer Unternehmen auf der >ITnT 2009< dazu seine Komplettlösung inklusive eines Handyfahrtenbuches. Besagte Entwicklung deckt vom Rechnungswesen über Zeiterfassung über Projektverwaltung bis zu E-Mail das Bürogeschehen komplett ab. Der Clou: Jene Software läuft nicht am Computer der Firma, sondern wird ausschließlich via Internet genützt; was Kosten spart und Aufwand senkt – was sich wie ein roter Faden durch den Event zog. In Krisenzeiten müssen Firmen nachhaltig Kosten senken und wollen trotzdem gleichzeitig ihre digitale Effizienz optimieren.
SMS für mehr Sicherheit
Die Business-Messe für Informationstechnologie zeigte vom 27. bis 29. Jänner weitere wichtige Trends und Produkte – stark vertreten war der Bereich Sicherheit, wo steigende Internet-Kriminalität sowie bessere Techniken zur Verbreitung von Spam oder Malware den Firmen immer mehr zusetzen. Die Reaktion: noch ausgefeiltere Firewalls, noch komplexere digitale Alarmsysteme, dazu die Kombination verschiedener Sicherheitsmaßnahmen. Solche All inclusive-Pakete enthalten dann den Schutz aller Workstations, Server, Netzwerkknoten plus mobiler Geräte wie Smartphones oder auch Laptops. Aber auch jene Lösungen, die es Usern vereinfachen, Prophylaxe zu leisten gegen unliebsame Überraschungen, waren hier zu finden. Die Spezialisten zeigten eine Vielzahl unterschiedlicher Lösungen wie SMS Passcode: durch ein zeitlich limitiertes Einmalpasswort, übertragen via SMS auf das Handy, erhält der User sicheren Zugriff auf Ressourcen und benötigt keine zusätzliche Hardware.
Weiter im Vormarsch sind biometrische Lösungen: So präsentierte ekey biometric systems eine neue Software, bei der Passwörter durch den Fingerprint ersetzt werden. So eine Anwendung gilt als probate Alternative zu jenen rund 82 Prozent der Kennwörter, die auf Post-its notiert werden, damit frei zugänglich sind und den Tag der offenen Türe bei sensiblen Unternehmensdaten begünstigen.
Managed Services für weniger Aufwand
Ein Aufsteiger nicht nur in Sachen Security sind weiters Managed Services. Dabei lagern Unternehmen bestimmte IT-Aufgaben aus, der externe Dienstleister übernimmt die volle Verantwortung beispielsweise für die Kommunikations-Infrastruktur. Der Kunde verfügt über eine Art von Sorglos-Paket: So sinkt der administrative Aufwand, zusätzliches Personal ist nicht erforderlich und man kann sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, was in Krisenzeiten besonders wichtig ist. Die Anbieter wussten, wie sie den Besuchern solche Schritte schmackhaft machen können: Durch den Einsatz lassen sich Prozesse kostentechnisch flexibler, effizienter und transparenter gestalten. Ohne Extra-Budget, ohne Investitionen für Software und immer auf dem neuesten technologischen Stand.
Besonderer Popularität erfreuen sich dabei unter anderem Lösungen für CRM (Customer Relationship Management), der elektronischen Kundenpflege. Eine steigende Zahl an Dienstleistern bietet die verschiedensten Varianten als Reaktion auf eine aktuelle Entwicklung an: Die Elektronik muss heute einen direkten und zählbaren Beitrag für die Gewinnung und das Halten von Verbrauchern beisteuern. Managed E-Mail wiederum konnte als Beispiel auf der >ITnT< dafür gesehen werden, dass die Macher immer schneller auf immer neue Herausforderungen reagieren müssen. So informierten Unternehmen zum Beispiel über eine neue „Idee“ von Versendern unerwünschter E-Mail-Werbotschaften: diese nutzen existierende E-Mail-Adressen als Absender, um Spam zu tarnen. Dadurch entstehen so genannte Backscatter, der nutzlose Postverkehr schnellt in die Höhe. Managed-Lösungen versprechen hier eine weit reichende Abwehr.
Angesichts all dieser Services kann selbst der routinierteste Manager den Überblick verlieren. Deshalb wurde auch der Besucher nicht so einfach seinem Schicksal überlassen, die Austeller setzen auf intensive Beratung im Rahmen der Möglichkeiten einer solchen Messe. Hi Tech mit Human Touch: Wer es jedenfalls genau wissen wollte, konnte an einem Stand gleich einen schnellen individuellen „Managed IT Services Check“ durchführen lassen, um so gleich eine gewisse Ahnung von möglicher Kostenoptimierung in seinem Unternehmen zu erhalten.
Direkter Draht via IP
Kontakte können ebenfalls stabilisiert werden über jene Anwendung, die schon oft zum kommenden Überflieger erklärt wurde: Voice over IP. Telefonie mittels Internet Protocol soll künftig die konventionelle Anlage ersetzen – nicht zuletzt für günstige Gespräche zwischen Standorten. Auch hier setzten die Anbieter mit maßgeschneiderten Lösungen auf der >ITnT< klare Zeichen in Richtung Zukunft. Bei den Handys wiederum bestätigte sich erneut, dass immer mehr Anstrengungen den Business-Sektor betreffen: Einfacher Zugang zu E-Mails, mobiles Breitband oder innovative mobile Dienste werden forciert. Mobilität bleibt generell eine der dominierenden Hauptströmungen, wie auch andere Applikationen unterstreichen: Für mehr Beweglichkeit für Mitarbeiter sorgen ebenso Unified Communications, Video oder auch Webkonferenzen. Das ortsunabhängige virtuelle Büro nimmt so Gestalt an, Mitarbeiter wie Kunden können über jede Distanz hinweg schneller Informationen austauschen und Entscheidungen treffen. Die Entwicklung geht hier deutlich zu integrierten Software-Plattformen, die möglichst viele Kanäle vereinen und nicht zuletzt auch das Budget für Reisekosten des Personals schonen.
Dass Entscheider heute auf jeden Cent sehr genau schauen müssen belegte indirekt auch die große Palette der ERP (Enterprise Resource Planing)-Systeme auf der >ITnT<. Solche Lösungen sollen das gesamte im Unternehmen vorhandene Wissen nutzbar machen, um so geschäftliche Abläufe auf ein höheres Niveau zu heben und die Konkurrenzfähigkeit am Markt spürbar verbessern. Präzise ablaufende Prozesse bedeuten dann eben auch eine Schonung von finanziellen Ressourcen.
„Digitales Österreich“ – noch mehr Service für den Bürger
„Digitales Österreich“ wiederum präsentierte einen tiefen Einblick in die sich stetig ausweitende Sphäre des E-Government auf einer 200 Quadratmeter großen Sonderfläche – der E-Gov.City. Die Neuerungen rund um die Bürgerkartenfunktion und der Startschuss für MyHELP.gv.at machten klar, wohin sich elektronisches Regieren künftig entwickeln wird. Beispiel E-Card: mit der Bürgerkartenfunktion verkörpert sie auch einen Schlüssel für die E-Government-Angebote der heimischen Verwaltung. Zu einigen der vollständig abwickelbaren Anwendungen gehören unter anderem FinanzOnline, Meldebestätigung oder die elektronische Zustellung amtlicher Schriftstücke. Auf der Messe konnten Besucher nicht nur alles Wissenswerte zur Bürgerkartenfunktion erfahren, sondern diese sogar vor Ort frei schalten lassen. Die >ITnT< hatte aber noch zusätzliche „Software“ zu bieten mit Vorträgen oder Diskussionen, die jene Veranstaltung entsprechend abrundeten wie der „EC Austria Technologiepark". Dass es wirklich sehr bunt auf dem Branchentreff zugegangen ist, illustrierte gleichermaßen der Auftritt des Enterprise Content Management-Spezialisten SER Solutions Österreich: dort stellte ein echtes Chamäleon die ziemlich lebendige Verbindung zum Thema „Flexible Wege aus dem Dokumentendschungel“ her. IT kann manchmal eben auch sehr unterhaltsam sein. (+++)
|